Museum Kesselhaus Herzberge

Ein Museum 

drei Ausstellungen und viel Kultur

 

Im Landschaftspark Herzberge, eingebettet zwischen den Neorenaissance-Bauten des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge - ein unscheinbares Gebäude - das Kesselhaus. Man übersieht es schnell hinter dem Müllplatz der Klinik – wäre da nicht das Schild über der Eingangstür.

Das Museum Kesselhaus, ein technisches Denkmal und Veranstaltungsort, lädt mit diversen Aktionen Technik- und Kulturinteressierte zum Besuch ein. Auch Wissenschaftler verkehren hier, denn die Krankenhausbibliothek ist hier untergebracht.

Mark Twain bescheinigte bereits 1882 Berlin sei "die neueste Stadt, die mir jemals vorgekommen ist." Tatsächlich entwickelte sich Berlin im angehenden 19. Jahrhundert von einer eher provinziellen Residenzstadt zu einer modernen Metropole. Die entstehenden Strom-, Wasser- und Verkehrssysteme hatten weltweit Vorbildfunktion. Der rasante Bevölkerungsanstieg sowie neue medizinische Erkenntnisse hatten Ende des 19. Jahrhunderts zu einem regelrechten Krankenhausboom in Berlin und Umgebung geführt.

1893 wurde das Krankenhaus als "Irrenanstalt Herzberge" der Stadt Berlin zu Lichtenberg eröffnet - heute das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge.

Die Spuren des Leerstandes waren nicht zu übersehen. Im Mai 2000 begann in Zusammenarbeit mit dem Baufachfrau Berlin e.V. die Sanierung. Im März 2001 gründeten die Initiatoren den Förderverein Museum Kesselhaus Herzberge e.V. Am „Tag des offenen Denkmals“ 2003 wurde das Haus feierlich seiner neuen Bestimmung übergeben. Um das Geld für das Betreiben zu erwirtschaften, werden die Räume für Tagungen, Hochzeiten oder Familienfeiern vermietet. Trotz seiner Einzigartigkeit – das Museum Kesselhaus bleibt ein Geheimtipp."Das Kesselhaus ist weltweit einzigartig", sagt Joachim Varchmin, vom Deutschen Technikmuseum, begeistert. Und weil sie zudem an ihrem originalen Einsatzort zu finden seien, wurde das Kesselhaus als ein einmaliges technisches Denkmal eingestuft und seit 2016 auch in die Europäische Route der Industriearchitektur (ERIH) aufgenommen und ein Standort auf der regionalen Route für Berlin.

 

Adresse und Öffnungszeiten:
Förderverein Museum Kesselhaus Herzberge e.V., Herzbergstraße 29, Haus 29, 10365 Berlin
dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr.
Eintritt: 2 Euro.
Gruppenanmeldungen und Führungen nach Vereinbarung unter Tel. (030) 54 72 24 24.
Internet: www.museumkesselhaus.de

Das Kesselhaus ist Teil der denkmalgeschützten Anlage des Krankenhauses. Erbaut von 1889 bis 1893 durch den damaligen Stadtbaurat Hermann Blankenstein, diente es über 100 Jahre zur Versorgung des gesamten Komplexes mit Heizwärme und Warmwasser. 1986 wurde das Krankenhaus an die Fernwärmeversorgung angeschlossen. Drei aufeinanderfolgende Generationen von Heizkesseln, stehen hier fast betriebsbereit. Das älteste Exemplar der technischen Zeitzeugen ist ein Doppelflammrohrkessel aus der Zeit des Krankenhausbaus zwischen 1889 bis 1893. Das Kesselhaus diente noch einige Jahre als Reserve. 1991 erfolgte die Stilllegung der letzte Kessel. Seit 1999 setzten sich Mitarbeiter des Krankenhauses für den Erhalt und die Umnutzung des Gebäudes ein. Da brannte schon acht Jahre kein Feuer mehr in den Kesseln.

Noch heute riecht man das Schmieröl und Kohle der Anlagen. Die wuchtigen Kessel stehen nach wie vor an ihrem Platz. Patina hat sich auf die Maschinen gelegt. Eine wunderbare Kulisse für Kunstveranstaltungen jeglicher Art. Aquarelle, Skulpturen und Fotos sind im Wechsel von vier bis sechs Wochen zu sehen.

Seit dem steht im Kesselhaus nicht nur die Technik oder Geschichte im Vordergrund, auch die Kunst spielt eine große Rolle. Außer den Ausstellungen finden regelmäßig Lesungen und Konzerte statt. Auch zwei Themenreihen sind fest im Programm integriert: Literaturkreis und internationale Abende. Und seit Neuestem moderne und zeitgenössische multimediale Kunst und Events.

 

Und heute eben - HERZBERGER LICHTER.